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BRAUCHT
EIN
ZUHAUSE¨
erschien 1982 zur
gleichnamigen
Ausstellung (von
1981)
1891-1981
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Textband
oben rechts:
Sanierungskritik: "Seit
Beginn der
siebziger Jahre läßt sich jedoch nicht
länger übersehen, daß nicht asoziale
Randgruppen den öffentlichen Frieden stören, sondern
- genau umgekehrt - jene als Therapie dagegen hingestellten
gigantischen 'Sanierungen' unserer Städte.
Zahllose
Bürgerinitiativen haben seither aufgedeckt in welchem
Ausmaß
viele Bürger durch die Exmittierung aus angestammter Wohnwelt
in die
Kälte von Neubausiedlungen erkrankt sind. Die Vertreibung
bedeutet für
viele, daß ¨die beiden Pfeiler des reifen Ich,
nämlich die Identität
mit der eigenen Lebensgeschichte und die Kommunikation mit anderen...
weitgehend zerstört werden."
(Alfred Lorenzer)." (H.E.
Bahr, 1977).
Der dritte Teil
des Buches (vom
März 1982) thematisierte die "Instandbesetzung als Mittel zur
Selbsthilfe am Beispiel der Prinzenallee 58" (im Wedding)
Die
erste konzeptionelle Darstellung der Idee des "Nachbarschaftshauses
Prinzenallee" wurde dort auf Seite 100 dokumetiert:
VI.
Unsere Alternativen
Um das Hinterhaus der Prinzenallee 58 zu
bewirtschaften und verwalten zu können, haben wir den "Verein
zum Schutze billigen Wohnraums e.V." (VezuSchubiWo) gegründet,
der es uns ermöglicht, als eine juristische Person aufzutreten.
Somit
können wir Einzelmietverträge vermeiden und
für das gesamte Anwesen die Selbstverwaltung
übernehmen. Die Ziele des Vereins werden in der Satzung wie
folgt beschrieben:
§
2 Ziele des Vereins
1.
Ziel des Vereins ist die Durch- führung exemplarischer
Projekte, zur Erprobung neuer Wohn-, Arbeits- und Freizeitformen.
2.
Im Sinne einer sozialen Nachbar- schaftspflege will der Verein auf das,
in seinem Umkreis (Tätigkeits- bereich) liegende Wohngebiet
ein- wirken, das Zusammenleben der Be- wohner fördern, sowie
die Erhalt- ung gegebener Blockstrukturen und architektonischer
Gegebenheiten fördern.
3. Um diese Ziele
praktisch zu ver- wirklichen, unterstützt und berät
der Verein Hausgemeinschaften, bei denen die Bewohner ihre
Häuser selbst verwalten und bewirtschaf- ten. Der Verein
unterstützt insbe- sondere Hausgemeinschaften, welche vor
allem Kinder, Jugendliche, alte Menschen und ausländische
Mitbürger einbeziehen und auf diese Weise verbindliche soziale
Strukturen schaffen.
Das
Erdgeschoß als Nachbarschaftshaus
Das
gesamte Erdgeschoß mit einer Nutzflä- che von
über 1.5oo qm soll nach außen für den Kiez
geöffnet werden. Grundlegend können wir zwei
Angebotsformen unterscheiden, in die durch die Ebenerdigkeit der Hallen
auch behinderte Menschen einbezogen werden können.
Im
offenen Betrieb unserer Kulturhalle werden
regelmäßige Kulturangebote gemacht
(Rock-Veranstaltungen, Theater, Video, Kino, etc.), die allen Besuchern
offenstehen.
Das Cafe soll
als Informations- und Kommunikationstreff täglich für
Kiezbewohner geöffnet werden.
In unserer großen
Gemeinschaftsküche soll ein fester Mittagstisch für
alte Menschen, Kinder, Jugendliche und Hausbewohner eingerichtet werden.
Denn
für all die Aktivitäten und Power, die in unserem
Haus bereits laufen und noch wachsen sollen, müssen wir
natürlich auch an unsere Bäuche denken (wo soll die
Kraft denn sonst herkommen?). Und zudem an die all' der Leute aus dem
Kiez, die wir in unsere Äktschens mit einbeziehen wollen.
Wir
wollen in unserem Haus Ansätze einer neuen Lebensform und
Wohnkultur entstehen lassen. Hausgemeinschaften sollen somit genauso
selbstverständlich werden, wie es heute schon bei
Wohngemeinschaften der Fall ist. Eine Gemeinschaftsküche ist
dabei ein wesentlicher Bestandteil, nicht nur um unsere "biologischen"
Bedürfnisse zu erfüllen. Denn wir wollen auch beim
Essen reden.
Möglichkeiten
und Wirkung, die sich aus diesem Experiment ergeben werden,
können nicht vorherbestimmt werden, da solche Versuche seit 5
Jahrzehnten nicht weiter zugelassen und ausprobiert wurden.
Die
meisten Schwierigkeiten bei der Einrichtung von
Großküchen ergeben sich durch die gesetzlichen
Auflagen, welche die Wahl des Materials und Anordnung der Einrichtung
genau vorschreiben, und somit zu hohen Anschaffungskosten
führt.
Unsere
Haus- und Kiezküche ist für ca. 1oo Menschen
vorgesehen. Um
wirtschaftlich arbeiten zu können, muß die
Küche komplett und funktional eingerichtet sein.
Als
Zweites sollen über Gruppenangebote handwerkliche
Äktschens und Kurse als "Hilfe zur Selbsthilfe" stattfinden.
Die Gruppen sollen in eigener Verantwortung oder unter Anleitung die
Räume nutzen (Töpferei, Spinnerei, Fotolabor,
Schlosser- werkstatt, Holzwerkstatt, Massage-Workshops, Motorrad-
werkstatt,Fahrrad-Shop und Theater).
Darüber
hinaus soll ein fester Schülerladen in Form eines
Freizeit- und Schularbeit- szirkels für Kinder und
Jugendliche der benachbarten Schule angeboten werden.
Dafür ist eine Stelle für eine(n) Anleiter(-in)
vorgesehen.
Die
Arbeit in der Eltern-Kind-Tagesstätte (EKT) und in der
Klein-Kind-Krabbel-Gruppe (KKKG) ist ebenfalls selbstverwaltet.
Um
Senatsgelder beantragen zu können, ist ein eigener Verein in
Gründung.
Durch
einen Food-Coop wird eine autonome Lebensmittelversorgung für
Kiez und Haus aufgebaut.
Unsere
Keller haben wir entrümpelt und Übungsräume
für Musikgruppen eingerichtet.
In den
13 bis 60 qm großen Räumen üben zurzeit 14
Gruppen.
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