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mit dem Seil geht es aufwärts

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zuletzt aktualisiert  
am: 08.02.2008  

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Das Buch
¨DAS GLÜCK

BRAUCHT

EIN ZUHAUSE¨
erschien 1982 zur gleichnamigen
Ausstellung (von 1981)


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1891-1981



Textband oben rechts:

Sanierungskritik: "Seit Beginn der siebziger Jahre läßt sich jedoch nicht länger übersehen, daß nicht asoziale Randgruppen den öffentlichen Frieden stören, sondern - genau umgekehrt - jene als Therapie dagegen hingestellten gigantischen 'Sanierungen' unserer Städte.

Zahllose Bürgerinitiativen haben seither aufgedeckt in welchem Ausmaß viele Bürger durch die Exmittierung aus angestammter Wohnwelt in die Kälte von Neubausiedlungen erkrankt sind. Die Vertreibung bedeutet für viele, daß ¨die beiden Pfeiler des reifen Ich, nämlich die Identität mit der eigenen Lebensgeschichte und die Kommunikation mit anderen... weitgehend zerstört werden."

(Alfred Lorenzer)."  (H.E. Bahr, 1977).

Das Glück braucht ein Zuhause

Der dritte Teil des Buches (vom März 1982) thematisierte die "Instandbesetzung als Mittel zur Selbsthilfe am Beispiel der Prinzenallee 58" (im Wedding)

Die erste konzeptionelle Darstellung der Idee des "Nachbarschaftshauses Prinzenallee"  wurde dort auf Seite 100 dokumetiert:


VI. Unsere Alternativen

Um das Hinterhaus der Prinzenallee 58 zu bewirtschaften und verwalten zu können, haben wir den "Verein zum Schutze billigen Wohnraums e.V." (VezuSchubiWo) gegründet, der es uns ermöglicht, als eine juristische Person aufzutreten.
Somit können wir Einzelmietverträge vermeiden und für das gesamte Anwesen die Selbstverwaltung übernehmen. Die Ziele des Vereins werden in der Satzung wie folgt beschrieben:

§ 2 Ziele des Vereins

1. Ziel des Vereins ist die Durch- führung exemplarischer Projekte, zur Erprobung neuer Wohn-, Arbeits- und Freizeitformen.

2. Im Sinne einer sozialen Nachbar- schaftspflege will der Verein auf das, in seinem Umkreis (Tätigkeits- bereich) liegende Wohngebiet ein- wirken, das Zusammenleben der Be- wohner fördern, sowie die Erhalt- ung gegebener Blockstrukturen und architektonischer Gegebenheiten fördern.

3. Um diese Ziele praktisch zu ver- wirklichen, unterstützt und berät der Verein Hausgemeinschaften, bei denen die Bewohner ihre Häuser selbst verwalten und bewirtschaf- ten. Der Verein unterstützt insbe- sondere Hausgemeinschaften, welche vor allem Kinder, Jugendliche, alte Menschen und ausländische Mitbürger einbeziehen und auf diese Weise verbindliche soziale Strukturen schaffen.


Das Erdgeschoß als Nachbarschaftshaus

Das gesamte Erdgeschoß mit einer Nutzflä- che von über 1.5oo qm soll nach außen für den Kiez geöffnet werden. Grundlegend können wir zwei Angebotsformen unterscheiden, in die durch die Ebenerdigkeit der Hallen auch behinderte Menschen einbezogen werden können.

Im offenen Betrieb unserer Kulturhalle werden regelmäßige Kulturangebote gemacht (Rock-Veranstaltungen, Theater, Video, Kino, etc.), die allen Besuchern offenstehen.
    Das Cafe soll als Informations- und Kommunikationstreff täglich für Kiezbewohner geöffnet werden.
In unserer großen Gemeinschaftsküche soll ein fester Mittagstisch für alte Menschen, Kinder, Jugendliche und Hausbewohner eingerichtet werden.

Denn für all die Aktivitäten und Power, die in unserem Haus bereits laufen und noch wachsen sollen, müssen wir natürlich auch an unsere Bäuche denken (wo soll die Kraft denn sonst herkommen?). Und zudem an die all' der Leute aus dem Kiez, die wir in unsere Äktschens mit einbeziehen wollen.

Wir wollen in unserem Haus Ansätze einer neuen Lebensform und Wohnkultur entstehen lassen. Hausgemeinschaften sollen somit genauso selbstverständlich werden, wie es heute schon bei Wohngemeinschaften der Fall ist. Eine Gemeinschaftsküche ist dabei ein wesentlicher Bestandteil, nicht nur um unsere "biologischen" Bedürfnisse zu erfüllen. Denn wir wollen auch beim Essen reden.

Möglichkeiten und Wirkung, die sich aus diesem Experiment ergeben werden, können nicht vorherbestimmt werden, da solche Versuche seit 5 Jahrzehnten nicht weiter zugelassen und ausprobiert wurden.
Die meisten Schwierigkeiten bei der Einrichtung von Großküchen ergeben sich durch die gesetzlichen Auflagen, welche die Wahl des Materials und Anordnung der Einrichtung genau vorschreiben, und somit zu hohen Anschaffungskosten führt.


Unsere Haus- und Kiezküche ist für ca. 1oo Menschen vorgesehen. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, muß die Küche komplett und funktional eingerichtet sein.

Als Zweites sollen über Gruppenangebote handwerkliche Äktschens und Kurse als "Hilfe zur Selbsthilfe" stattfinden.
Die Gruppen sollen in eigener Verantwortung oder unter Anleitung die Räume nutzen (Töpferei, Spinnerei, Fotolabor, Schlosser- werkstatt, Holzwerkstatt, Massage-Workshops, Motorrad- werkstatt,Fahrrad-Shop und Theater).


Darüber hinaus soll ein fester Schüler­laden in Form eines Freizeit- und Schul­arbeit- szirkels für Kinder und Jugendli­che der benachbarten Schule angeboten werden.
Dafür ist eine Stelle für eine(n) Anleiter(-in) vorgesehen.


Die Arbeit in der Eltern-Kind-Tagesstätte (EKT) und in der Klein-Kind-Krabbel-Gruppe (KKKG) ist ebenfalls selbstverwaltet.
Um Senatsgelder beantragen zu können, ist ein eigener Verein in Gründung.


Durch einen Food-Coop wird eine autonome Lebensmittelversorgung für Kiez und Haus aufgebaut.

Unsere Keller haben wir entrümpelt und Übungsräume für Musikgruppen eingerichtet.

In den 13 bis 60 qm großen Räumen üben zurzeit 14 Gruppen.